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Nachgefragt - Interviews zum Thema Laufen

Der Neue! Eiger Ultra Trail 2013

Interview mit OK Präsident Ralph Näf

Ralph Näf - OK Präsident Eiger Ultra Trail

Wie kommt man auf die Idee, einen neuen Ultra-Trail aus dem Boden zu stampfen?

Ganz einfach: drei Jungs, die eine gemeinsame Leidenschaft am Fusse von Eiger, Mönch und Jungfrau teilen.

Die Idee zu einem Lauf steht. Wie ist die Streckenwahl entstanden - oder war die Strecke am Anfang?

Die Strecke war am Anfang! Unser technischer Leiter und Initiant der Strecke, Marcel Marti, kam mit einem fixfertigen Streckenvorschlag für die Langdistanz auf uns zu. Der Routenverlauf bietet ein hautnahes Erlebnis von Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Streckenführung ist sehr logisch und nutzt die topographischen Gegebenheiten bestens aus. Zudem durchläuft der Athlet mehrere touristische Ausflugsziele wie zum Beispiel First, Faulhorn, Schynige Platte oder die Kleine Scheidegg. Dank dem Zugang mit Bergbahnen zu einigen Etappenorten ist der Anlass auch für Zuschauer und Betreuer attraktiv.

Wie muss man sich die Planungsschritte für so einen Laufevent vorstellen?

Für uns war von Anfang entscheidend, dass wir die wichtigen Partner für die Sicherheit und Logistik an Bord haben. Demzufolge haben wir diese sehr früh kontaktiert und betrieben im Dorf sowie der Umgebung sehr grosse Sensibilisierungsarbeit. Das Engagement von Ueli Steck als Event-Botschafter brachte zusätzliche Popularität.

Kann man bei der Organisation auf Tipps von anderen Laufveranstaltern zählen?

Ja sehr. Das erste Gespräch überhaupt war mit dem OK-Präsidenten des Jungfrau Marathon. Sie geben uns wichtige Inputs im Sicherheitsbereich. Es findet ein reger Austausch statt. Mit dem Männlichen Halbmarathon haben wir eine Kommunikationskooperation.

Ralph Näf in seiner Bergwelt

Wie könnt ihr an so einer unwegsamen Laufstrecke die medizinische Nothilfe sicherstellen?

Das ist sicherlich einer der wichtigsten Herausforderungen. Wir arbeiten eng mit lokalen Ärzten, dem Samariterverein und den Patrouilleuren der Skigebiete zusammen. Ebenso streben wir einen Rundum-Pikettdienst für die Flugrettung an. Das heisst, dass wir ein Team jederzeit vor Ort haben werden. Am Anlass selber können wir zusätzlich auf die Fachkräfte der Rettungsstation Grindelwald sowie auf unseren Medicalpartner „exerciences“ zurückgreifen.

Du hast schon zweimal (2002, 2004) den K42 (Swiss Alpine Marathon Davos) erfolgreich absolviert. Jetzt organisierst du einen E101 (101km). Waren dir die 42 km von Davos zu kurz?

Ja stimmt. Am Swiss Alpine war ich etliche Mal unterwegs. Den K42 habe ich 4 Mal absolviert, den K30 zweimal und in diesem Sommer den K78. Meist in den Top Ten meiner Kategorie klassiert. Wegen eines Kreuzbandrisses musste ich lange pausieren. Zudem liegt der Swiss Alpine genau in meiner Hochsaison als Bergführer. Daher bin ich eher spärlich am Start. Da ich die Region des Swiss Alpine schon von klein auf sehr gut kenne, war die Teilnahme immer ein sehr emotionales Erlebnis. Dies entwickelte in mir den Traum, als gelernter Touristiker und Eventverantwortlichen in Grindelwald selber eine Laufveranstaltung zu organisieren.

Mit welchen Highlights wird sich der Eiger Ultra Trail von anderen Laufveranstaltungen abheben?

An einigen Etappenorten hat man das Gefühl, dass man schwebe – so beeindruckend und weitreichend ist das Panorama. Die 360-Grad-Rundumsicht vom Faulhorn auf 2681m, der Einblick ins Lauterbrunnental, der finale Marsch unter der Eiger Nordwand durch werden in der Trail Running Szene Akzente setzen.

Was erwartet die Teilnehmer des E101?

Einmaliges Bergambiente und Spektakel am Fusse der Eiger Nordwand. Übrigens feiert die Nordwand im 2013 75 Jahr Erstdurchstieg. Grund genug, dabei zu sein.

Für die E101-Strecke ist eine Zeitlimite von 28 Stunden gesetzt. In welchem Zeit-Bereich wird sich bei guten Verhältnissen ein Sieger / eine Siegerin bewegen?

Schön wäre eine Siegerzeit unter 14 Stunden. Es haben sich bereits heisse Kandidaten gemeldet, welche beim 1. Eiger Ultra Trail triumphieren möchten. Zum Beispiel Oscar Perez, Sieger des Tor des Geants 2012!

Welche Voraussetzungen empfiehlst du Läuferinnen und Läufern, die sich am Eiger Ultra Trail E101 anmelden möchten?

Eine sehr gute körperliche Verfassung und Erfahrung im Trail Running ist absolute Grundvoraussetzung für die Bewältigung der Strecke E101. Der E101 ist für jeden Teilnehmer oder Teilnehmerin eine knallharte Prüfung! Wir bewegen uns eine lange Zeit über 2000 Meter über Meer und haben viel Höhenunterschied zu bewältigen. Ich warne vor Unterschätzung der E101 Distanz! Als Veranstalter behalten wir uns das Recht vor, Personen von der Teilnahme auszuschliessen.

Eiger Ultra Trail

Im Angebot steht ein E16 „der Genuss-Trail“ mit fast 1000 Höhenmetern auf dem Programm. Welches ist die Zielgruppe?

Der Eiger Ultra Trail soll ein Komplettangebot für die Läufer sein. Wir wollen uns nicht nur auf die Spitzenathleten konzentrieren, sondern auch etwas für den Nachwuchs oder die Einsteiger anbieten. Im Trail Running liegt noch viel Potential – unabhängig von der Streckenlänge. Bei uns sind alle willkommen! Dennoch, auch die 1000 Höhenmeter des E16 darf man nicht unterschätzen. Die Zeitlimite gibt aber genüsslichen Freiraum!

Wie viele Helferinnen und Helfer werden am „Eiger Ultra Trail“ im Einsatz sein?

Wir planen derzeit mit über 200 Helfern. Mit der Zusammenarbeit mit Swiss Volunteers können wir den Helfern einen guten Service bieten und wollen sie auch etwas verwöhnen. Ihr Einsatz ist beträchtlich: Man bedenke, dass einige Helfer Nachteinsatz im Freien haben. Übrigens: Wir sind als Verein konstituiert und beabsichtigen einen Anlass mit Gewinn für alle Beteiligte zu organisieren.

Was ist der Albtraum eines OK-Präsidenten?

Albträume gibt es derzeit noch einige! Die Stärken des OK, unsere Dynamik und das technisches Know-how werden aber alle „organisierbaren Albträume“ verschwinden lassen. Nicht beeinflussen können wir die äusseren Verhältnisse. Diese Risiken bin ich mir als Bergführer sehr bewusst. Ich lernte mit ihnen umzugehen und zu akzeptieren. Meteotest wird uns vor Ort wettertechnisch beraten.

Nun wünsche ich dir, deinem OK und den vielen Helferinnen und Helfern tolles Wetter, viele begeisterte Sportler und Sportlerinnen und eine unfallfreie Durchführung des 1. Eiger Ultra Trails 2013.

Besten Dank für das Interview!

Herzlichen Dank im Namen des OK Marc Blanc, Marcel Marti und mir!

» Informationen zum Eiger Ultra Trail

Fotos: eigerultratrail.ch


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