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Nachgefragt - Interviews zum Thema Laufen

Gründer und langjähriger Organisator des Wolfgangseelaufes (A)

Interview mit Franz Zimmermann

Herr Zimmermann, Sie haben den Lauf „Rund um den Wolfgangsee“ gegründet und 40 Jahre lang organisiert. Wird es Ihnen jetzt nach der Übergabe in andere Hände langweilig?

Langweile gab es bisher noch nie in meinem Leben, auch jetzt nicht. Mit der Übergabe an meinen Nachfolger Franz Sperrer kann ich mich nun auch anderen Dingen, die mir Freude machen, widmen.

Kinderlauf am Vortag in Strobl 2010 als Prolog zum Wolfgangseelauf
Kinderlauf am Vortag in Strobl 2010 als Prolog zum Wolfgangseelauf

Sie haben den Wolfgangseelauf 1972 gegründet. Wie kamen Sie auf die Idee?

Die Idee entstand nach einem „Erkundungslauf“ rund um den See im Herbst 1971.

Was waren für Sie die wichtigsten Änderungen in diesen 40 Jahren?

Die sukzessive Einführung der zusätzlichen Distanzen über 10 km, 5.2 km und im Jubiläumsjahr sogar über 42.2 km öffnete den Wolfgangseelauf für alle „Läuferschichten“.

Welches war Ihr grösster Erfolg als Organisator?

Die perfekte Durchführung des Jubiläumslaufs 2011 mit fünf unterschiedlichen Bewerben war sicher der größte Erfolg, nicht für mich allein, sondern für das ganze Organisationsteam.

Beim Organisieren gab es sicher immer wieder auch kleinere und grössere Pannen. Welche blieb Ihnen am meisten in Erinnerung?

Der Taubenstart - Brieftauben sorgten beim 15. Lauf für eine extra Überraschung. Der Startschuss liess die fliegenden Briefträger alle ihre guten Manieren vergessen.
Ein bräunlicher Sprühregen ging auf die Läufer hernieder, die am eigenen Trikot erlebten, dass nicht immer nur das Gute von oben kommt.

Sie trugen auf Ihren Schultern eine grosse Verantwortung. Konnten Sie kurz vor der Durchführung des Laufes jeweils noch schlafen?

Ja, immer.

1973: Start zum 2. Wolfgangseelauf, (Franz Zimmermann mit gelber Hose und gelben Schuhen), 17 Läufer im Ziel
1973: Start zum 2. Wolfgangseelauf, (Franz Zimmermann mit gelber Hose und gelben Schuhen), 17 Läufer im Ziel

Was war das erste, das Sie nach erfolgreicher Durchführung eines Laufes gemacht hatten?

Wir haben nachgedacht, was wir beim nächsten Mal besser machen könnten.

Sie haben am ersten Wolfgangseelauf selber teilgenommen und das Siegerpodest bestiegen. Können Sie sich noch an Ihre Laufausrüstung erinnern?

Ich trug Brütting-Laufschuhe, kurze Adidas-Hose, Baumwoll-Leibchen mit langen Ärmeln.

Wie kamen Sie selber zum Laufsport?

Durch meinen Freund Hans Breidbach-Bernau; er war Sportpädagoge, Schriftsteller und Laufpionier.

Was bedeutet für Sie „Laufen“?

Lebenshilfe.

Welches war Ihr grösster Erfolg als Läufer?

Ich hatte weder Ehrgeiz noch Talent für läuferische Höhenflüge. Mein Sieg beim ersten Wolfgangseelauf war eher ein kurioser Zufall.

1978 beim 9. Lauf, Max Zuckrigl, ein bayerisches Lauf-Original mit Franz Zimmermann
1978 beim 9. Lauf, Max Zuckrigl, ein bayerisches Lauf-Original mit Franz Zimmermann

Woher nahmen Sie die Energie, jedes Jahr für die Läuferinnen und Läufer einen solchen Event auf die Beine zu stellen?

Meine Energiespender waren vor allem das positive Echo der Teilnehmer u. Teilnehmerinnen, die jährlich neuen Herausforderungen und die bedingungslose Unterstützung durch die Wolfgangsee-Gemeinden, den Kurverband, die Institutionen, Vereine, Helfer.

Was wünschen Sie sich als ehemaliger Organisator von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern?

Ich würde mir wünschen, dass sie dem Wolfgangseelauf treu bleiben und ihr persönliches Wolfgangsee-Lauferlebnis weiter erzählen.

Nach 40 Jahren haben Sie nun die Organisation in andere Hände gegeben. Haben Sie damit auch die Laufschuhe an den Nagel gehängt?

Es war ein Glückstreffer, Franz Sperrer für diese Aufgabe zu gewinnen. Den sprichwörtlichen Nagel habe ich schon eingeschlagen, meine Laufschuhe hängen aber noch nicht dran.

Herr Zimmermann, herzlichen Dank für das Interview!

Der Internationale Lauf rund um den Wolfgangsee findet jeweils im Oktober statt.

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