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Optimale Zeitprognose für Läufe - Wettkampfrechner

Wenn du schon eine Weile läufst, hat es dir vielleicht den Ärmel schon mal rein genommen und du bist einen Wettkampf gelaufen. Du hast diesen hoffentlich in guter Erinnerung. Oder bist du zu schnell gestartet? Nicht weiter schlimm - es geht vielen LäuferInnen so!

Wettkampfzeit richtig einschätzen

Spätestens, wenn du dich für den zweiten Lauf angemeldet hast, wirst du dir Gedanken über deine mögliche Laufzeit machen. Es gibt da einige Tipps, mit denen eine Laufzeitprognose recht genau bestimmt werden kann.

Doch alles der Reihe nach...

Schuss - Da düsen sie über die Startlinie! Alle haben mehr oder weniger seriös auf den Wettkampf trainiert und lassen nun ihre "Pferde" los. Ein grosser Teil von ihnen wird mit der Endzeit nicht sonderlich zufrieden sein, weil sie auf der 2. Hälfte des Laufes "eingebrochen" sind. Das kann passieren, wenn man die 1. Hälfte über seinen Kräften gelaufen ist, oder genauer gesagt "ein Energiedefizit" eingegangen ist. Das muss nicht sein! Eine seriöse Planung kann den Frust danach verhindern.

Energieverbrauch richtig einteilen

Wenn du läufst, so holt sich dein Körper die Energie vor allem aus Kohlenhydraten, welche im Blut vorkommen und in den Muskeln und der Leber eingelagert sind. Nach einer gewissen (kurzen) Zeit gesellt sich langsam aber sicher eine fast unerschöpfliche Energiequelle dazu: die Fettverbrennung. Diese hat den grossen Vorteil, dass Fett in unserem Körper meist zur Genüge vorhanden ist. Der grosse Nachteil aber ist, dass die Fettverbrennung erstens bedeutend mehr Sauerstoff benötigt wie die Kohlenhydratverbrennung, und zweitens nur auf dem Feuer der Kohlenhydrate "brennen" kann.

Das haben alle, welche dem Hammermann bei Kilometer 35 schon mal begegnet sind, am eigenen Leib erfahren. Aber es muss gar kein Marathon sein, auch wenn du bei einem 10-km-Lauf nach der Hälfte eingebrochen bist, hatte das zum Teil mit dem Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel zu tun.

Sind die Kohlenhydratvorräte durch ein zu schnelles Anfangstempo langsam erschöpft, muss der Körper vermehrt auf die Fettverbrennung zugreifen, welche deutlich mehr Sauerstoff benötigt und dich zur Temporeduktion zwingt.

Lauftempo richtig einschätzen

Ziel ist es also, die Kohlenhydratvorräte auch über die zweite Hälfte "zu retten", weil die auf jedem Fall langsam anlaufende Fettverbrennung auch Kohlenhydrate benötigt. Und das kannst du nur erreichen, wenn dein Anfangstempo mit deinem Trainingsstand übereinstimmt.

Erfahrungswerte zeigen, dass die besten Zeiten mit einer leicht schnelleren zweiten Laufhälfte erzielt werden. Das optimale Verhältnis ist etwa 50.5 % der Gesamtzeit für die erste, 49.5 % für die zweite Hälfte des Laufes.

An einem grossen Halbmarathon in der Schweiz liefen nur gerade etwa 35 % der Läuferinnen und 38 % der Läufer die erste Hälfte langsamer, und das heisst nichts anderes, als dass viele TeilnehmerInnen des Laufes ihre Endzeit mit einer geschickten, seriösen Renneinteilung unter Umständen etwas verbessern hätten können.

Wettkampfprognose berechnen lassen

Wie komme ich nun zu meinen "Richtzeiten"?

Die beste Methode, eine optimale Laufzeitprognose machen zu können, ist ein Unterdistanzlauf wenige Wochen vor dem Hauptwettkampf. Unterdistanz bedeutet, dass der Lauf kürzer ist als dein geplanter Wettkampf. Wenn du auf einen Halbmarathon trainierst, könntest du einen 10-km-Testlauf absolvieren, wenn du auf einen 10er schuftest, könntest du einen 5er-Testlauf machen. Mit den Daten deines Testlaufes kannst du nun deine optimale Laufzeit ausrechnen.

Je näher die Länge deines "Testlaufes" an den gewählten Wettkampf kommt, desto genauer ist die Prognose. Es ist nicht sinnvoll, einen 3-km-Lauf als Berechnungsgrundlage für einen Marathon zu nehmen.
Wettkampfdistanz und geeignete Unterdistanzläufe:

  • Marathon: Halbmarathon (optimaler) oder einen 10-km-Lauf
  • Halbmarathon: 10-km-Lauf (optimaler) oder einen 5er
  • 10-km-Lauf: 5-km-Lauf (optimaler) oder einen 3er

Keine Regel ohne Ausnahme

Natürlich muss die Prognose vorsichtig genossen werden. Folgende Punkte machen eine Korrektur nötig:

  • Die Zeitprognose ist nur optimal, wenn du auch spezifisch auf den längeren Lauf trainiert hast.
  • Der Testlauf sollte unter möglichst gleichen Bedingungen erfolgen (Wind, Temperatur, Höhenunterschied, persönliche Verfassung, Tageszeit...)
  • Je länger du schon trainierst, desto genauer wird die Vorhersage übereinstimmen.
  • Auch eine berechnete Prognose kann am Wettkampftag falsch sein. Die ersten Kilometer solltest du den Puls und die km-Zeiten im Auge behalten und, wenn nötig, nach oben korrigieren. Wenn du schon etwas Lauferfahrung hast, kann dir das persönliche Körpergefühl auch weiterhelfen! Das Tempo über die prognostizierte Zeit zu erhöhen, ist erst in der zweiten Hälfte oder noch später angebracht.
  • Lieber mit einem Lächeln ins Ziel als auf allen Vieren!

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