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Motivationsloch nach dem Wettkampf

Die Seele und die Laufschuhe baumeln lassen...

Motivationsloch nach einem Wettkampf

Wenn du schon einmal einen grösseren Wettkampf gelaufen bist, ist es dir sicher auch schon passiert, dass du nach der Genugtuung und Freude in ein Motivationsloch gefallen bist. Du hast das Ziel erreicht und eine emotionelle Leere möchte sich breit machen. Solche Situationen passieren den meisten Läuferinnen und Läufer, wenn die „Spitze des Berges“ erreicht wurde.

Das ist auch normal, schliesslich hast du dich ja Wochen oder sogar Monate auf dein Ziel konzentriert und auf viele Dinge verzichtet.

Jetzt ist es geschafft und du darfst die Ruhe und die Trainingspause ohne schlechtes Gewissen geniessen. Viele Läuferinnen und Läufer stellen in dieser Zeit das Laufen ganz ein und nehmen sich die frei gewordene Zeit für Dinge, die sonst eher zurückstehen mussten. In dieser Zeit baumeln die Laufschuhe am Nagel. Viele fahren dafür Rad, gehen vermehrt schwimmen oder einfach ganz gemütlich spazieren. Die Laufpause tut deinem Körper und deinem Geist gut: Nach zwei drei Wochen freust du dich wieder wie ein kleines Kind auf den nächsten lockeren Lauf!

Training und Trainingsstrategie auswerten

Wenn du dir schon vor der Laufpause das Ziel für das nächste Trainingshalbjahr gesetzt hast, so fällt es dir sicher bedeutend leichter, nach der Pause das bequeme Fernsehsofa mit dem Lauftraining zu tauschen. Die Zeit der Laufpause kannst du mit dem Auswerten deiner Trainingsaufzeichnungen nutzen. Wenn du dir die Trainingseinheiten, -intensitäten und deine körperliche Verfassung in einem Lauftagebuch aufgeschrieben hast, kannst du nun in Ruhe bei einem Glas Wein die Daten durchgehen.

Du wirst sicher überrascht sein, wie oft du unterwegs warst! Sehr aussagekräftig sind die online Lauftagebücher, welche in Internet angeboten werden. Mit ihnen lassen sich auch vergangene Trainingsjahre vergleichen (falls man die Daten eingefüllt hat). Vorteile sind unter anderem die Auswertemöglichkeiten mit Diagrammen und die Verfügbarkeit von jedem Ort aus - Voraussetzung ist lediglich der Internetzugang. Wer nicht immer online gehen will, kann sich ein Excel-Trainingstagebuch downloaden. Dort gibst du die Daten ein und hast auch noch die Möglichkeit, mit Vorjahreswerten direkte Vergleiche anzustellen oder, wenn du in Excel bewandert bist, das Trainingstagebuch für deine Bedürfnisse anzupassen.

Älter und besser werden...

älter und besser werden

Wenn du schon über 35 Jahre alt bist, wird dein mit 36 Jahren gelaufener Halbmarathon in gleicher Zeit trotzdem eine Verbesserung darstellen. Die höchstmögliche Laufleistung wird etwa mit 35 Jahren erreicht. Danach sinkt die Leistungsfähigkeit in ganz kleinen Schritten - ca. 0.8 % bis 1 % pro Jahr.

Wenn du also mit 35 einen Halbmarathon in 1:50:00 gelaufen bist, darfst du mit 36 dafür 1:51:00 haben - und bist damit immer noch "gleich" leistungsfähig wie mit 35...Sich über eine Altersleistung freuen

» Zum Altersrechner.

Neue Wettkampf- und Trainingsziele setzen

Beim Durchsehen deiner Daten nimmst du dir dann ein neues Ziel für die nächste Trainingsperiode vor. Das Ziel muss klar formuliert und überprüfbar sein. Ein Ziel wie „Ich werde etwas mehr trainieren“ ist sehr schwammig, aber „Ich steigere den Laufumfang um 5 %“ ist sehr klar und am Ende auch gut überprüfbar.

Wichtig ist auch, sich Ziele zu setzen, welche gut erreichbar sind.

Wer sich das Ziel „Ich steigere meinen Laufumfang um 50 %“ setzt, läuft mit Sicherheit gerade auf einen Arzt-Termin zu! Lieber kleine Schritte machen (10 Minuten mehr trainieren pro Woche) - die Wahrscheinlichkeit, dieses Ziel zu verfehlen, wird so minimiert. Schliesslich möchtest du dich ja über einen Fortschritt freuen, und wenn er nur so klein ist. Grosse Ziele werden mit kleinen Schritten erreicht!

Trainingsziel-Formulierungen

  • Ich absolviere pro Woche 15 Minuten Krafttraining.
  • Ich absolviere pro Monat 2 Laufeinheiten mehr.
  • Ich mache in der Vorbereitungsetappe 6 lange Dauerläufe (>100 Min).
  • Ich baue pro Woche einmal 5 Minuten Techniktraining ein.
  • Ich führe ein Lauftagebuch.
  • Ich messe regelmässig meinen Ruhepuls.
  • Ich laufe den nächsten Halbmarathon zwei Minuten schneller.

Zeit sinnvoll nutzen

Vielleicht kannst du die trainingsfreie Zeit nun auch für Dinge nutzen, die schon lange erledigen möchtest? Mit den Kinder endlich den neuen Hasenstall zimmern, den Keller ausmisten, sich mit der Auswahl einer neuen Wohnzimmerlampe beschäftigen usw.

Fachsimpeln

Eine tolle Sache ist auch, sich mit anderen Laufkolleginnen und Laufkollegen zu treffen und über das vergangene Trainingsjahr und die bevorstehenden Ziele zu diskutieren. Das Ganze noch bei einem feinen Essen und einem guten Tropfen Wein habt ihr euch verdient! Mit diesen Vorschlägen findest du sicher schnell wieder aus deinem Motivationsloch und wirst deine Laufschuhe bestimmt nicht am Nagel hängen lassen- jedenfalls nicht lange...


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