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Laufen bei Regen - Lauftraining bei schlechtem Wetter

Lauftraining bei schlechtem Wetter

Auch wenn es draussen wie aus Kübeln regnet, der Wind um das Haus pfeift oder Schneematsch auf den Strassen liegt: Richtig ausgerüstet ist Laufen immer schön!

Das Laufen bei kühleren Temperaturen und/oder Nässe stellt hohe Anforderungen an die Laufbekleidung. Meist ziehen sich Läuferinnen und Läufer zu warm an und kommen dann nach dem Einlaufen arg ins Schwitzen. Wenn die Körperwärme, welche bei der Muskelarbeit entsteht, nicht abgeführt werden kann, wird es so richtig ungemütlich. Meist klebt dann die durchnässte Bekleidungsschicht durch kalten Wind auf der Hautoberfläche und kühlt diese zusätzlich stark ab.

Das Zwiebel-Prinzip (ohne tränende Augen)

Bewährt hat sich in solchen Situationen das „Zwiebel-Prinzip“: Mehrere Schichten von unterschiedlicher Funktionalität übernehmen spezifische Aufgaben. Die Schicht unmittelbar auf der Haut sorgt dafür, dass die Schweisströpfchen möglichst schnell nach aussen abgeführt werden (spezielle Laufunterwäsche). Die zweite Schicht hat die Aufgabe, den Wasserdampf, welcher die erste Schicht abgibt, aufzusaugen und weiter nach aussen abzugeben.  Je nach Kälte und Wind (Windchill-Effekt) benötigst du noch mehrere Zwischenschichten zur Isolation. Die äusserste Schicht übernimmt eine Jacke mit Wind oder Wasser abweisender Funktion, je nach Witterung.

Regenjacken zum Laufen

Adidas Windstopper Laufjacke

Regenjacken zum Laufen sind immer ein Kompromiss zwischen Wasser abweisender Funktion gegen innen und Wasserdampf durchlassender Funktionsschicht nach aussen. Je nach abgehender Körperwärme wird die Funktion der Wasserabgabe durch das Gewebe nach aussen an Grenzen stossen: Es gibt keine Laufjacke, die perfekt vor Nässe schützt und den bei schnellem Laufen produzierten Wasserdampf optimal abführen kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine leicht Wasser abweisende Laufjacke und einer Zusatzschicht (Langarm-Funktions-Shirt) bei Regen optimal ist. Das Zusatz-Shirt isoliert die Schichten gegen die Haut und wenn ich durchnässt werde, bleibt die unterste, direkt auf der Haut liegende Schicht, immer noch angenehm warm. Bei sehr starkem Regen habe ich auch schon für eine Laufeinheit bei niedriger Intensität eine normale Regenjacke über die Laufbekleidung gezogen und beim Reissverschluss oben soviel offen lassen, dass die Jacke beim Laufen noch gut sitzt. Dafür habe ich darunter eine Schicht wenig angezogen.

Laufen bei schlechtem Wetter
© Laufhannes.de

Normale Laufschuhe bei Regen? Trailschuhe?

Bei sehr nassem Wetter sind die Laufschuhe schon nach ein paar Schritten durchnässt und nicht alle Läufer mögen dieses Platschen im Schuh. Zudem können durchnässte Socken an den Füssen zu Blasenbildung führen. Ich habe mir vor Jahren einmal ein Paar wasserdichte Sockenüberzüge zum Fahrradfahren gekauft. Die sind so passgenau, dass ich die auch für das Laufen bei garstigem Wetter brauchen kann und über die normalen Laufsocken ziehe. Die Füsse bleiben dann schön warm und trocken, während das Wasser schon den ganzen Laufschuh erfasst hat. Damit habe ich auch im eiskalten Winter gute Erfahrung gemacht.

Inzwischen gibt es einige Laufschuhmodelle, die auch in einer Gore-Tex-Version (wasserdicht) angeboten werden und die Füsse von aussen trocken halten. In der warmen Jahreszeit kommt der Nachteil des dichten Schuhmaterials zum Tragen: Die Feuchtigkeit der Füsse kann kaum nach aussen entweichen. Hier musst du einen Kompromiss in Kauf nehmen.

Der Vorteil von Trailschuhen ist die griffigere Sohle (Querfeldeinlauf, Schnee) und der deutlich bessere Halt durch höheren Schaft und stabilere Obermaterialien. In der kalten Jahreszeit kommt der Vorteil der schön warmen Füsse dazu, da kein luftdurchlässiges Mesh-Obermaterial verwendet wird.

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Warmen Kopf bewahren

Von der gesamten Körperwärme wird über 30%* über den Kopf abgegeben. Das kann im Winter oder bei Regen und kaltem Wind zum Problem werden. Schütze dich bei Regen mit einer guten Schirmmütze. Wenn es zudem noch starken, kühlen Wind hat, ziehst du unter die Schirmmütze eine Laufmütze an. Die Schirmmütze hat den Vorteil, dass es dir nicht gerade ins Gesicht regnet.

*Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass diese Angabe nicht stimmt. Richtig ist, dass bei "nacktem" Körper wirklich nur 10 % der Wärme über den Kopf verloren geht, bzw. abgegeben wird. Aber wer, liebe Läuferinnen und Läufer, wagt es, nackt durch den Winterwald zu streifen?

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© Foto 2: Laufhannes.de


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