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Winterthur Halbmarathon 2009

Um 6:20 Uhr stehe ich auf. Das Rauschen des naheliegenden Bächleins begleitet den Sonntagmorgen. Nur: Wir haben doch gar kein Bächlein in der Nähe! Ein Blick aus dem Fenster und die Dinge waren klar: Vom Himmel ergoss sich platzregenartig eine Wanne voll "vorwiegend sonnig". Egal. Abkühlungen sind heute willkommen!

Mit 19 Grad ist der noch junge Tag viel zu warm, um einen Halbmarathon zu laufen. Aber da muss ich jetzt durch. Seit drei Jahren esse ich am frühen Morgen vor einem Lauf gar nichts mehr. Ich trinke einen letzten Kaffee. Die Speicher und der Bauch sind noch von den Teigwaren vom Vorabend voll. Da braucht es nichts mehr.

Asics Laufschuhe GT2130 am Halbmarathon

Etwas später bin ich mit Bus und Zug auf dem Weg nach Winterthur. Die Wärme steigt, obwohl der Himmel teilweise noch bedeckt ist. Das wird sich beim Start wohl noch ändern.

Während die "Eulachschränzer" mit ihrer Musik im Startbereich zusätzlich noch einheizen, wird die Luft langsam dicker und stickiger. Schon im Schatten treibt es einem die Schweissperlen auf die Stirn.

Der Startschuss fällt und eine Minute später lassen wir uns über den Startteppich treiben. Hier muss vorsichtig und umsichtig gelaufen werden: Parkierte Autos, langsame LäuferInnen, welche sich jedes Jahr im vorderen Drittel einstellen, Bäume, Randsteine, Verkehrstafeln, scharfe Kurven...

Wenn es dann auf schattige Waldwege geht, sind die Tempogruppen gut aufgeteilt und es geht ruhiger weiter. Der Schatten tut gut, es schmeckt nach Blüten, Bärlauch und Dulix.

Im ersten Teil laufen wir drei Schlaufen von etwa je 2.5 Kilometern Länge. Das hat den Vor- oder Nachteil, dass man den Läufern, welche deutlich weiter vorne, bzw. weiter hinten sind, mehrmals begegnet.

Ich lasse bei diesen Temperaturen keine Verpflegungsstelle aus und fasse meist einen Becher mit Wasser, manchmal auch Sponsor. Weil mir in der Wettkampfvorbereitung rund 6 Trainingswochen und ein paar sehr lange Läufe fehlen, bin ich ohne grosse Ambitionen gestartet. Eine Zeit wie die vom letzten Jahr war auf keinen Fall zu laufen (1:38). Doch so 1:45 hätte ich schon gerne nach Hause genommen. Die ersten Kilometer zeigten, dass mein heutiger Lauf länger dauern würde.

So stellte ich mich auf eine Pace von 5:10 / 5:15 ein. Die bröselte aber in der zweiten Hälfte auch noch dahin. Ich muss meine Kräfte gut einteilen, um am Schluss nicht zu stark einzubrechen und die Motivation zu verlieren.

Winterthur Halbmarathon 2009

Das RunnersHigh meldet sich ein bisschen bei KM 12, dann bei KM 16 wieder. Mental ging es mir aber auf dem Lauf sehr gut. Die letzten Kilometer ab der 17er-Marke sind immer eine grosse Herausforderung: Zuerst geht es bei Sennhof tüchtig den Berg rauf, und das bei Sonne, und später wieder über Feldwege runter. Dann folgen drei Kilometer auf sonnengewärmten Asphalt. Die setzen mir immer zu. Bevor man zum Ziel-S kommt muss man noch zwei Kilometer fast steckengerade Asphaltwege überstehen. Da müssen bei solchen Temperaturen immer wieder Läufer mit der Ambulanz geholt werden. Kein schöner Anblick.

Einen Endspurt lauf ich dieses Jahr nicht . Ich bin genug erschöpft, es ist heiss wie in einem Ofen. Die Beine fühlen sich schwer an. Die Füsse laufen von alleine. Die vielen anfeuernden Zurufe im Zielbereich decken die letzten Laufreserven auf und ich renne mit 1:50:56 über die Ziellinie.

Der Schweiss rinnt in Bächen. Das kurze Warten auf die ersten Becher Getränke dauert ewig. Ein kühles Lüftchen streicht mir im Zielbereich um den Nacken. Geschafft! Ein tolles Gefühl! Und eine riesige Vorfreude auf eine kühle Dusche und ein eisgekühltes Cola!

Das Vicsystem prognostizierte mir trotz allen wahrheitsgemäss eingetragenen Daten und 6 fehlenden Trainingswochen eine Zeit von 1:38. Gut, kann ich mir meine Leistung selber ungefähr einschätzen. Mit dieser Pace wäre ich schon vor der Hälfte mental gestorben...

Nun reise ich mit einer Zeit im Gepäck nach Hause, welche ich das letzte Mal im 2005 gelaufen bin. Dafür steigt die Chance, endlich mal im Herbst am Greifenseelauf eine bessere Zeit zu laufen, als im Mai in Winterthur.

Es hat alles immer sein Gutes...

Beiträge zur Wettkampfvorbereitung 2009 im » Laufblog


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