Suchcode diese Seite: 313
Laufberichte » Lauferlebnisse » Greifenseelauf Uster » 30. Greifenseelauf 2009

30. Greifenseelauf 2009 - Laufbericht

Wettkampftaktik zurechtlegen

Wie jedes Mal vor einem Halbmarathon geht es darum, die richtige Wettkampftaktik zurecht zu legen. Welches Tempo wird realistisch sein? Welche Pace kann ich bis ins Ziel retten oder vielleicht unterbieten? Ein Blick in die Trainingsaufzeichnungen der letzten acht Wochen lassen mich stutzen: Nur 230 Trainingskilometer. Das ist für eine gute Zeit etwas gar wenig. Zwei strenge Arbeitswochen, in denen ich den lange Lauf sinnvollerweise gestrichen haben, drücken den Formzustand. Eine 1:39 wie 2008 wird nicht möglich sein.

Nach einem letzten Trainingslauf mit Wettkampftempo entscheide ich mich für eine 5:00/Pace.

Asics GT2130 Laufschuhe am Greifenseelauf

Ein zu schneller Start

Ich habe mich im 1:45er-Block einteilen lassen. Damit wäre ein idealer 5er-Schnitt machbar. Das erste Mal seit ich Halbmarathon laufe, reihe ich mich weit vorne ein, um nach dem Start nicht wie letztes Jahr viel überholen zu müssen.

Ein Knall aus der Startpistole und die rund 1000 Läufer setzen sich in Bewegung. Ich lasse mich mittragen und versuche, mein Tempo zu finden. KM-1: Ich bin viel zu schnell unterwegs. 4:33, das würde für eine 1:36er-Zeit reichen. Km-2: Mein Tempo ist immer noch deutlich schneller als die angestrebte 5er-Pace. Viele überholen mich. Ob ich die in der zweiten Hälfte wieder antreffen würde?

Langsam stimmt der Rhythmus und das Tempo

Km-3: Meine Pace ist nun etwas langsamer und in der Nähe des geplanten 5er-Schnittes, aber ich muss mich bewusst zurückhalten. Das ist das Problem am Halbmarathon: Die ersten zehn Kilometer könnte man deutlich schneller laufen - aber die Energie würde dann unweigerlich auf der zweiten Hälfte, vor allem im letzten Drittel fehlen.

Die Kilometertafeln tauchen immer überraschend auf. Das ist für mich ein Zeichen, dass mein Tempo mit meiner Leistungsfähigkeit übereinstimmt.

Das Wetter ist angenehm zum Laufen, auch wenn kurze Abschnitte um den Greifensee sehr heiss waren. Meist ist ein Lüftchen zu spüren oder Wolken verdecken zeitweise die Sonne und lässt die Luft etwas kühler werden.

Die 10-km-Marke passiere ich in 49:50. 

Kann ich das Tempo halten?

Nach dem 11. Kilometer frage ich mich ernsthaft, ob ich überhaupt den 5er-Schnitt halten könne. Die schnellen ersten Kilometer haben vielleicht ihren Preis. Aber ab dem 12. läuft es wieder wie geschmiert.

Zwischendurch geniesse ich die Wolkenstimmungen, den See und die naturnahe Umgebung. Immer wieder lasse ich seit der Streckenmitte Läufer hinter mir. Die zweite Begegnung nach dem schnellen, dem zu schnellen Start.

Am Greifenseelauf hat es immer sehr viele Zuschauer, welche lautstark anspornen. Das unterstütz ein tolles Wettkampfgefühl. Die südliche Seeseite ist nun deutlich wärmer. Zwischendurch gibt es richtig heisse, luftstille Abschnitte.

Mit den Wasserschwämmen kühle ich mein Gesicht und meinen Kopf. Die harte Schlaufe nach Km-17 kommt: Seit der Start aus der Innenstadt Uster verbannt wurde, muss eine rund 800 Meter lange Schlaufe bei Riedikon gelaufen werden. Da kommen dir die Läufer entgegen, welche schon einen Kilometer oder mehr weiter sind als du. Das braucht mentale Stärke...

Ein Halbmarathon muss erkämpft werden

Der harte letzte Abschnitt

Ein fast schnurgerades, 1.5 km langes Stück folgt vor dem letzten Anstieg ins Stadtzentrum von Uster. Wenn gelitten wird, dann hier. Da wird geröchelt und geflucht. Ich laufe mein Tempo, merke aber, wie ich den 5er-Schnitt nicht mehr ganz halten kann. Egal. Lieber jetzt etwas langsamer und dafür auf dem ebenen Zeilabschnitt etwas schneller.

Das warme Wetter und vielleicht falsche persönliche Leistungseinschätzungen führen wohl dazu, dass heute überdurchschnittlich viele Ambulanzen unterwegs waren. Ich konzentriere mich auf meine Gesundheit.

Der giftige Anstieg nach Uster ist erreicht. Kraftmässig kein Problem für mich. An meinem Wohnort geht es immer und überall mindestens so steil rauf und runter.

Der Zieleinlauf

Nach dem Anstieg wird die Strecke wieder flach und führt gesäumt von Tausenden von Zuschauern durch die Innenstadt, und dann mit einer Schlaufe nochmals zurück durch das Ziel.

Viel Energie habe ich nicht mehr zu verschenken, aber nach der scharfen Schlaufenkurve, wenn der grosse Zielbogen in Sicht ist, dann drehe ich nochmals auf und gebe alles.

Mit einem tollen Gefühl überspringe ich in 1:46:04 die Ziellinie. Die 5er-Pace habe ich geschafft und damit mein zweitbestes Resultat in Uster gelaufen.


» Mit dem Newsletter auf dem Laufenden!