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Herbstlauf für alle deine Sinne

Sandkorn - die Laufkolumne

Ein Lauftraining im Herbst

Die Tage werden unablässig kürzer. Der Herbst steht wieder vor der Tür - und mit ihm der Nebel, welcher alles einhüllt und eine unheimliche Ruhe über die Landschaft bringt. An einer Mauer stand einmal: "Ich liebe den Nebel, weil der die Welt so klein macht, dass ich sie verstehen kann."

Meinen zweiten Halbmarathon dieses Jahr bin ich gelaufen, auf mehr hatte ich überhaupt kein Bock und so genoss ich die Tage, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich nicht lief. Trotzdem hat es mich nach ein paar Tagen Pause schon bald wieder gekitzelt. Jedes Mal, wenn meine Laufschuhe in mein Blickfeld kamen, machte es mich an, sie anzuziehen und loszutraben.

An einem spätsommerlichen Nebelmorgen entschied ich mich, wieder einen kleinen, genüsslichen Lauf zu machen. Nach einem kurzen Blick ins Internet war ich sicher, auf meiner Laufrunde, welche sich Richtung St. Gallen in die Höhe windet, auch die Sonne anzutreffen. Laufschuhe schnüren, Digi-Kamera umgebunden und los.

Durch die "kleine" Nebelwelt joggte ich locker von unserem Quartier weg und war schon Minuten später mitten in der Natur. Überall hingen Spinnennetze zwischen Gräsern, Ästen oder an Zäunen. Die filigarnen Spinnfäden hatten unzählige Wassertröpfchen aus dem Nebel gefangen, welche jetzt im leichten Wind hin- und herschaukelten. Der Weg, auf dem ich lief, verlor sich im dicken Nebel. Immer wieder löste sich aus dem Nebelweiss die Schatten von Bäumen. 

An einer Natur belassenen Hecke baumelten Früchte und Beeren, die mit ihrem Rot um die Wette strahlten. Ich unterbrach den Lauf und ging die harte Steigung langsam hoch, immer wieder die Kamera zückend, um die herbstliche Stimmung einzufangen.

Auf halben Weg Richtung St. Gallen drückten schon die ersten Sonnenstrahlen durch die Nebeldecke und tauchten die Landschaft in ein warmes Licht. Nach einer weiteren waschechten Steigung mündete der Weg in einen dichten Wald. Die vereinzelten Sonnenstrahlen versuchten, den zwischen den Bäumen hängenden Nebel aus dem Wald zu vertreiben.

Nebel und Sonne tauschten ihren Siegerplatz mehrmals ab, bis sich am Ende die Strahlen der Sonne endgültig durchsetzten und dem herrlichen Schauspiel ein Ende bereite.

Ich kehrte am Ende des Waldes um und nahm den Retourweg wieder in Angriff. Mein Wohnort war unterdessen aus dem Nebel aufgetaucht und in der Ferne war der Bodensee daran, aus seinem Nebelbett zu kriechen. 

Herbstlicher Lauftraining für alle Sinne
Herbststimmung beim Dauerlauf

Die Kraft der Sonne brachte mich beim Bergablaufen ins Schwitzen. Die Bauern waren am Ernten des Futtermaises und beim alten Feuerwehrteich spielten ein paar Kinder.

Eine halbe Stunde später stand ich frisch geduscht und mit vielen Herbsteindrücken auf dem Balkon. Der Herbst zeigte seine schönste Seite.

Weitere Bilder und Fototipps: www.digitipps.ch

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