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Max Laufgeschichten: Wie Max zum Laufen kam

Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen haben sich diese selber zugeschrieben.


Max und sein Sklaventreiber (5)

Seit Max mit den neuen Laufschuhen unterwegs war, fiel ihm das Training deutlich leichter. Mit diesen heissen Eisen an seinen Füssen bekam sein Tempogefühl eine andere Dimension, das Training einen anderen Stellenwert. Während in dieser Zeit sein Auto auf das wöchentliche Waschen und Polieren verzichten musste, erhielten seine neuen Laufschuhe nach jedem Auslauf garantiert einen Vollservice: Auslüften, leicht bürsten, mit einem feuchten Tuch die kleinen Spritzer entfernen, oder besser ausgedeutsch „weg streicheln“. 

Der Pulsmesser - ein Sklaventreiber

Seit kurzem musste seine Frau sogar Zahnstocher zuhause haben, welche nicht etwa dazu dienten, die Essenreste aus den Zahnzwischenräumen zu stochern, nein, damit er die kleinen Steinchen, welche in den Sohlenzwischenräumen stecken blieben, entfernen konnte. Da die Situation mit den schnellen Schuhen des Öfteren zu Geschwindigkeitsübertretungen und zu körperlichen Überlastungserscheinungen führten, musste er dringend einen Geschwindigkeitsmesser besorgen.

Der neue Pulsmesser

Die freundliche Verkäuferin hinter dem Ladentisch schaute zuerst etwas verwirrt, lächelte aber, nachdem die Münze doch gefallen war, schelmisch: „Sie meinen wohl einen Pulsmesser!“ Max wurde im Gesicht rot wie Tomatensauce. Nachdem ihm die fachkundige Verkäuferin die verrücktesten Messgeräte demonstriert hatte, bei denen die Herzfrequenzmessung das Nebensächlichste war, entschied er sich gegen GPS, 100-Runden-Speicher, Schrittzähler, Höhen-, Temperatur-, Distanz- und Fiebermesser für eine einfache Pulsuhr mit wenigen, dafür um so nützlicheren Funktionen: Messung des Pulses, automatische Ermittlung des richtigen Trainingsbereiches und Uhrzeit.

Ab diesem Tag war der "schwarze Gürtel", den er wie ein Karatemeister trug, ständiger Trainingsbegleiter. Max fühlte sich so aufgerüstet und kampfwertgesteigert noch besser und leistungsfähiger, obwohl er bei unbedachten Tempoverschärfungen beim Überholen zwecks Imponiermöglichkeit vom Piepsen seines „Geschwindigkeitsmesser“ oft wie ein streuender Hund zurückgepfiffen wurde. Auch seine Frau hatte sich daran gewöhnt, dass dieses leichte Husten aus dem Bad keine Erkältungssymptome ihres Mannes waren, sondern dem exakten Anpassen des Brustgurtes dienten. Vergass Max einmal den treuen Begleiter zu Hause, musste er nochmals umkehren und, wie er bald selber feststellte, seinen „Sklaventreiber“ holen.

Lauftraining ohne Pulsmesser

Das regelmässige Piepsen bei Frequenzunter- oder -überschreitungen stellte er schon bald genervt ab. Nach einem strengen Arbeitstag und einer unmotivierten Trainingsrunde knüpfte Max den Pulsmesser genervt an eine Handtuchstange und begrub ihn demonstrativ mit einem grossen Badetuch.

Oben ohne laufen

Am nächsten Sonntagmorgen war Max „oben ohne“ unterwegs. Der Pulsmesser hing still im Bad, während Max das Laufen ohne wieder einmal so richtig geniessen konnte. Das Training gewann wieder eine ganz neue Dimension. Anstatt Zahlen sog er lächelnd die  vielfältigen Walddüfte ein und labte sich am Tanzen der Blätter im leichten, frischen Wind.

» Max - Die Tage davor (6)


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