Suchcode diese Seite: 165
Laufberichte » Max-Laufgeschichten » Max: Motivation weg
Max Laufgeschichten: Wie Max zum Laufen kam

Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen haben sich diese selber zugeschrieben.


Fehlende Motivation zum Trainieren (8)

Der erste Wettkampf war bereits Geschichte. Erst vor kurzem war Max noch begeistert, nervös und voller Energie. Nun kam die schwierige Zeit danach, der "Day after" sozusagen. Das ist nicht im apokalyptischen Sinne gemeint - aber der Wettkampfkater war, wenn nicht physisch in Muskeln und Gelenken, doch psychisch, im Kopf, drastisch.

Die Spannung war dahin, das Ziel weg. Die Laufshorts pausierten frisch gewaschen im Kasten, die Laufschuhe fürchteten sich bereits vor einem drohenden "Rasenmäher-Einsatz".

 

Motivationslos - keine Motivation zum Laufen

Der Pulsmeter baumelte verloren an der Badetuschstange und Max' Seele im Liegestuhl des frisch gemähten Vorplatzes.

Die Laufzeitschriften, welche seit einigen Wochen immer zuoberst auf dem Zeitschriftenstapel lagen, wanderten täglich eine Schicht nach unten und die neuste Ausgabe lag noch in der Schutzhülle verpackt gefährlich nahe beim Altpapier.

Der Wald wartete vergeblich auf sein sonniges Läufer-Gemüt und die Pfützen auf den Naturwegen auf seine frisch geputzten Laufschuhe. Fast wäre man versucht zu denken, dass Max in eine ausgewachsene Laufdepression gefallen sei und fortan nur noch dem Antrainieren eines altersgemässen Bierbauches frönen würde.

Viele Gründe, um nicht zu laufen

Rufe vorbeijoggender Kolleginnen und Kollegen parierte er selbstbewusst mit Regeneration und Ruhepause nach einem erfolgreichen Wettkampf und übertönte bewusst, dass dies nun schon acht Wochen dauere. Die Regeneration der Regeneration, die Erholung von der Erholung eben.

Seine Frau freute sich ein wenig über die lauffreie Zeit. Vor dem Wettkampf war Max kaum auszuhalten und hatte nichts anderes mehr im Kopf. Jetzt konnte sie ihm nun bedenkenlos Arbeiten übertragen und so zogen am letzten Samstag die zwei zum Wochenendeinkauf in den Grossverteiler los.

Die Einkaufsliste war fast so lange wie seine ehemals grösste Laufrunde und vor den Salznüsschen ertappte sich Max plötzlich, wie seine linke Hand einen Kontrollgriff zum Bauch vollführte. Ein kurzer Laufgedankenblitz durchzuckte seinen Kopf. Dann nahm der Einkauf wieder seinen Lauf und vollste Konzentration in Anspruch. 

Zuhause mussten nun alle Einkaufsgüter an den richtigen Ort verstaut werden, bevor der Liegestuhl wieder zum Relaxen rufen konnte. "Max, kannst du die beiden Taschen mit den Tiefkühlprodukten in den Tiefkühler räumen?" Klar konnte er und schleppte die beiden vollbauchigen Taschen in den Keller.

Dort geschah das Unvorstellbare: Im selben Augenblick, als Max die schweren Taschen neben den Kühler stellte, rutschte der Schlüsselbund aus der Hand - genau in seinen linken Laufschuh, welcher schon seit Tagen auf einen neuen Einsatz wartete.

Wink des Schicksals

Max stutzte. War das ein Wink? Wie schon vor dem Salznüsschenregal im Laden durchzuckte ihn ein Laufgedanke. Ohne Zögern holte er seine Laufklamotten, zog sie an, rief oben seiner Frau ein kurz angebundenes "gehe Laufen!" in die Küche und verschwand.

Sie lächelte. Endlich war er wieder normal.

Zwanzig Laufminuten später bildeten sich auf Max' Stirn die ersten Schweisstropfen und auf den Tiefkühlpackungen, die immer noch neben der Truhe in der Tasche auf das Verräumen warteten, Kondenswasser...

» Max - Ziel - Halbmarathon laufen (9)


» Mit dem Newsletter auf dem Laufenden!