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Von 120 kg auf 42 km

Erfahrungsbericht von Harald

Vom Schreibtischtäter zum Läufer

Abnehmen und Laufen - Erfahrungsbericht

Ich bin 43 Jahre alt und habe vor 14 Jahren mit dem Laufen begonnen. Früher, also in meiner Jugend, habe ich intensiv Leistungsschwimmen und später Rettungsschwimmen betrieben. Durch den Berufseinstieg und den Schichtdienst habe ich aufgehört Sport zu treiben. Als ich mehr und mehr zum Schreibtischtäter mutierte, fehlte mir die Bewegung und ich begann zu laufen...

Mit der Kondition kamen die Schmerzen

Ich lief dreimal pro Woche; 10 km – 20 km – 10 km ohne Laufgruppe und Trainingskollegen, ohne Ergänzungsübungen wie Krafttraining und Dehnen.
1995 lief ich den Greifensee- und Pfäffikerseelauf und 1997 nochmals den Greifenseelauf. Das Laufen war ein idealer Ausgleich zum Bürojob. Durch die einseitige Belastung, das „Nicht-auf-den-Körper-hören“, einfach immer nur rennen, begann meine Unterschenkelmuskulatur zu schmerzen. Da ich aber nicht pausierte, mir keine Regeneration gönnte und Medikamente nahm, bekam ich immer mehr Schmerzen. Dann kam der Lauf, der alles verändern sollte: Die Schmerzen nahmen so starke Formen an, dass ich mich ganz langsam humpelnd nach Hause schleppen und einen Arzt aufsuchen musste.

Die Diagnose

Der röntge mein Bein. Man sah einen Schatten von der Grösse eines Fünffranken-Stückes... Der Arzt meinte, das könnte ein Knochenkarzinom (Krebs) sein!
Das traf mich wie ein Hammer: Meine Frau war mit dem ersten Kind schwanger, die Arbeitsstelle sollte geschlossen werden und dann das noch...
Eine Woche wartete ich auf die Spezialuntersuchung. Da ich nicht rennen konnte, fehlte die für mich immer wichtige Psychohygiene.
Dann nochmals eine Untersuchung und wiederum eine Woche auf das Ergebnis warten! Das waren für mich die zwei härtesten Wochen meines Lebens. Zum Glück war es kein Krebs. Der Arzt diagnostizierte eine Ermüdungsfraktur und zwei Knochenrisse. Sechs Wochen Gips folgten und die Aussicht, in Zukunft nicht mehr zu laufen.

Laufschuhe an den Nagel gehängt

Die nächsten fast neun Jahre absolvierte ich keinen Sport mehr. Mein Körpergewicht steigerte sich bis auf 120kg! Immer wieder kam der Gedanke, laufen zu wollen – wenn es nur ginge. Ich würde sogar nachts aufstehen um zu rennen. Dann bekam ich Herzprobleme, zwei Blutdruckmedikamente, Kaffeeverbot. Meine Blutfettwerte waren extrem hoch. Was nun?

Wieder Laufen und Joggen

Ein schwerer Neustart

Ich besorgte mir einen Crosswalker und fing an zweimal pro Woche zu trainieren.
Leider ging mein Gerät kaputt und war zwei lange Wochen in Reparatur. Ich wollte aber keinenfalls das wenig erreichte verlieren und holte vom Estrich meine alten Laufsachen.
Es hat mich sofort wieder gepackt. Das war ein geniales Gefühl eine halbe Stunde rennen zu können!

Ernährungsgumstellung

Ich begann mit der Weight-Watchers Diät für Männer (ohne Gruppe) und achtete auf meine Ernährung. Innerhalb eines Jahres habe ich nun 34 kg abgenommen und trainiere dreimal pro Woche. Jetzt hätte ich fast wieder den gleichen Fehler gemacht, wie vor zehn Jahren, als ich total verkehrt trainiert hatte.

Ziel: Zürich Marathon 2008

Jetzt aber mache ich nach beginnenden Unterschenkelschmerzen, Ergänzungsübungen (Kräftigung) und laufe auch nach Plan (Intervall, Regeneration, Longjog).

Medikamente "Ade!" - Zürich Marathon "Ich komme!"

Ich benötige keinerlei Blutdruckmedikamente mehr, darf Kaffeetrinken und die Lebensqualität hat bedeutend zugenommen.

Am 20. April werde ich als Belohnung für mich persönlich den Zürichmarathon laufen!

Ich kann jedem nur empfehlen, auf seinen Körper zu hören, jedes Zeichen ernst zu nehmen und daran zu denken, dass weniger mehr sein kann. 


Ein Erlebnisbericht von Harald, Mai 2008

Harald läuft seinen ersten Marathon » Erlebnisbericht


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