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Gesundheit » Greifvogelangriffe

Greifvogelangriffe auf Läufer und Jogger

Ich laufe Ende Mai friedlich zu einem Training los. Locker bin ich die ersten 300 Meter gejoggt. Auf dem Gehsteig neben der Hauptstrasse. Das letzte Haus der Siedlung habe ich soben passiert, als ein eigenartiges Geräusch meine Aufmerksamkeit weckte: "Wusch". Sekunden später ein zweites "Wusch". Nun frage ich mich plötzlich, woher dieses Geräusch kommen könnte. Weit und breit Ruhe, kein Auto, kein Mensch. Ich richte meinen Blick nach vorne - und schaue direkt in einen auf mich zufliegenden Greifvogel.

Sofort ducke ich mich und bevor ich mich vom ersten Schreck erholen kann, erfolgen die nächsten Angriffe. Einmal von links, dann gleich von rechts, wieder von links. Ich stehe unter die Äste einer Birke, welche direkt auf den Gehsteig ragen. Auf der Rückseite des Baumes, ziemlich weit oben, sitzt er - der Angreifer.

Ich habe keine Ahnung, was der vorhat. Gelesen habe ich über Greifvögelangriffe schon viel, aber selber betroffen war ich noch nie.

Fluchtversuch

Ich versuche nun vorsichtig, mich vom Baum in südlicher Richtung zu entfernen - und sofort startet der Bussard die nächsten Schein-Attacken. Der Versuch, in nördlicher Richtung aus der Gefahrenzone zu gehen, scheitert ebenso. Zu meiner Beunruhigung erblicke ich auf einem Nachbarbaum einen zweiten Bussard. Glücklicherweise hat jemand die Angriffe aus Distanz beobachtet und mich mit dem Auto aus der Gefahrenstelle geholt.

Warum greifen die Vögel Läufer an?

Foto Pacal Engeler - Mäusebusshard

Bussarde und andere Greifvögel sind in der Regel Fluchttiere. In der Aufzucht und Brutzeit von Mai bis Mitte Juli verteidigen sie jedoch ihr Revier und versuchen, "Eindringlinge" mit Scheinangriffen und Attacken aus dem Gefahrengebiet zu vertreiben. Jogger und Läufer haben ein ähnliches Tempo wie die Feinde der Greifvögel, weshalb es vogelseitig zu einer "Verwechslung" kommt.

Beim Angriff eines Bussards kann man sich durchaus Kopfverletzungen zuziehen, die das Aufsuchen eines Arztes nötig machen. Mit einer Laufmütze ist man etwas geschützt. Meist beschränken sich die Greifvögel aber auf das "Imponieren" mit Schein-Angriffen.

Wie verhalten?

Wenn man das Glück hat, zu wissen, dass die Laufstrecke ein Greifvogel-Revier kreuzt, soll man das Gebiet meiden. Wehren kann man sich bei einem allfälligen Angriff mit einem Stecken, einem Hut oder den Händen über dem Kopf.

Ein Kamikaze-Läuferkollege, welcher ähnliche Erfahrungen an einer anderen Stelle schon gemacht hatte, besorgt sich jeweils einen kleinen Ast und hält diesen beim Queren des Gebietes über den Kopf. Da der Greifvogel jeweils den "höchsten" Punkt angreift, kann er gefahrlos weiterlaufen - und hat zusätzlich noch etwas Adrenalinschübe...

Wichtig ist, dass man einen Angriff auf der Gemeinde oder bei einer regionalen Fachstelle meldet, dass weitere Fussgänger und Läuferinnen rechtzeitig gewarnt werden können.

© Foto: Pascal Engeler www.vogelwarte.ch

Faszination

Seit diesen "Scheinangriffen" hat der Respekt vor dem Bussard, aber auch die Faszination an den Greifvögeln zugenommen und ich beobachte oft, wie sie friedlich über unserem Quartier ihre Kreise ziehen.

» Nachgefragt: Interview mit Greifvogelexperte

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