Fersenhaltschnürung (Marathonschnürung): Mehr Halt im Laufschuh

Rutscht deine Ferse im Laufschuh? Möchtest du mehr Halt, ohne den Schuh insgesamt fester zu schnüren? Dann kann die Fersenhaltschnürung helfen. Diese Schnürtechnik wird auch Marathonschnürung, Heel Lock, Runner’s Loop, Fersenschloss oder Läuferknoten genannt.

Dabei nutzt du die obersten Schnürlöcher deiner Laufschuhe, um die Ferse besser im Schuh zu fixieren. Das kann Reibung und damit auch das Risiko für Blasen an den Füssen reduzieren.

Was ist die Fersenhaltschnürung?
Die Fersenhaltschnürung ist eine spezielle Schnürtechnik für Laufschuhe. Mit den obersten Schnürlöchern bildest du auf beiden Seiten kleine Schlaufen. Anschliessend führst du die Schnürsenkel gekreuzt durch diese Schlaufen und ziehst sie seitlich fest. Dadurch sitzt die Ferse stabiler im Schuh, ohne dass du die Schnürung über dem Fussrücken stark anziehen musst.
Weiss-gelber Laufschuh mit neongelben Schnürsenkeln am Fuss eines Läufers auf grauem Untergrund

Ein gut sitzender Laufschuh ist die Grundlage für einen sicheren Fersenhalt. Die Fersenhaltschnürung kann zusätzlichen Halt bieten, wenn die Ferse im Schuh rutscht.

Wann ist die Fersenhaltschnürung sinnvoll?

Die Fersenhaltschnürung lohnt sich besonders, wenn deine Ferse beim Laufen im Schuh rutscht oder du das Gefühl hast, dass der Laufschuh im Fersenbereich zu wenig Halt bietet.

Gerade bei längeren Läufen, beim Bergablaufen oder bei Wettkämpfen kann ein besser fixierter Fuss angenehm sein.

Die Schnürtechnik ist besonders hilfreich:

  • wenn deine Ferse im Laufschuh nach oben rutscht
  • wenn durch die Bewegung der Ferse Reibung oder Blasen entstehen
  • wenn du beim Bergablaufen im Schuh nach vorne rutschst
  • wenn du den Fersenhalt verbessern möchtest, ohne die gesamte Schnürung fester anzuziehen

Für meine Longjogs verwende ich die Fersenhaltschnürung häufig, weil sie meinen Füssen guten Halt bietet, ohne dass die Schnürung stark auf den Fussrist drückt.

Wichtig: Die Fersenhaltschnürung kann einen schlecht passenden Laufschuh nicht vollständig korrigieren. Achte deshalb bereits beim Kauf deiner Laufschuhe auf die richtige Grösse und Passform.

Probiere die Fersenhaltschnürung zuerst bei kürzeren Trainingseinheiten aus. Vor einem langen Lauf oder Wettkampf solltest du wissen, wie fest du die Schnürsenkel anziehen musst, damit der Schuh sicher und bequem sitzt.

Weitere Möglichkeiten, deine Laufschuhe an die Fussform anzupassen, findest du im Artikel Laufschuhe richtig schnüren.

Marathonschnürung: Anleitung in fünf Schritten

Für die Fersenhaltschnürung benötigst du keine besonderen Schnürsenkel. Voraussetzung ist lediglich, dass dein Laufschuh auf beiden Seiten zusätzliche obere Schnürlöcher besitzt und die Schnürsenkel lang genug sind.

1. Oberste Schnürlöcher freimachen

Für die klassische Fersenhaltschnürung benötigst du die beiden obersten Schnürlöcher auf jeder Seite des Laufschuhs.

Falls du bisher alle Löcher verwendet hast, löse die Schnürsenkel aus den obersten Zusatzlöchern. Die normale Schnürung darunter bleibt bestehen.

Sind deine Schnürsenkel zu kurz, um anschliessend noch einen sicheren Knoten zu binden, benötigst du möglicherweise etwas längere Schnürsenkel.

Fersenhaltschnürung vorbereiten – oberste Schnürlöcher freilassen

Illustration: Patrick Angst, Grafikdesign

Als ich zum ersten Mal von der Fersenhaltschnürung hörte, war ich überrascht, dass ich dieses zusätzliche Loch an meinen Laufschuhen jahrelang nie benutzt hatte. Dabei ist es genau für solche Schnürtechniken gedacht und kann gerade bei längeren Läufen oder Wettkämpfen einen spürbar besseren Halt im Schuh bieten.

Zusätzliches oberstes Schnürloch am Laufschuh für die Fersenhaltschnürung

Das zusätzliche oberste Schnürloch vieler Laufschuhe lässt sich für die Fersenhaltschnürung verwenden.

2. Kleine Schlaufen bilden

Führe jeden Schnürsenkel auf derselben Schuhseite vom vorletzten zum obersten Schnürloch. Dabei bleibt zwischen den beiden Löchern eine kleine Schlaufe stehen.

Wiederhole das auf der anderen Seite des Schuhs. Die beiden Schlaufen bilden später das sogenannte Fersenschloss.

Runner’s Loop mit seitlichen Schlaufen am Laufschuh bilden

Illustration: Patrick Angst, Grafikdesign

3. Schnürsenkel gekreuzt durch die Schlaufen führen

Führe nun die beiden Schnürsenkelenden gekreuzt durch die kleinen Schlaufen: den rechten Schnürsenkel durch die linke Schlaufe und den linken Schnürsenkel durch die rechte Schlaufe.

Achte darauf, dass die Schnürsenkel nicht verdreht sind.

Schnürsenkel bei der Marathonschnürung gekreuzt durch die Schlaufen führen

Illustration: Patrick Angst, Grafikdesign

4. Heel Lock festziehen

Ziehe beide Schnürsenkelenden seitlich und möglichst waagrecht vom Schuh weg.

Dadurch werden die Schlaufen kleiner und ziehen die Schnürung im oberen Schuhbereich zusammen. Die Ferse erhält zusätzlichen Halt.

Ziehe die Schnürsenkel nur so fest an, dass dein Fuss sicher sitzt. Die Schnürung soll nicht drücken.

Heel Lock festziehen für besseren Fersenhalt im Laufschuh

Illustration: Patrick Angst, Grafikdesign

5. Laufschuh normal binden

Binde die Schnürsenkel anschliessend wie gewohnt. Zur Sicherheit empfiehlt sich ein Doppelknoten, besonders bei langen Läufen oder Wettkämpfen.

Gehe einige Schritte und prüfe, ob deine Ferse besser sitzt. Der Schuh sollte festen Halt bieten, ohne dass du Druck auf dem Fussrücken oder am Knöchel spürst.

Fertig gebundene Marathonschnürung am Laufschuh

Illustration: Patrick Angst, Grafikdesign

Mein Tipp: Ziehe die Schnürsenkel nicht stärker an als nötig. Wenn die Ferse gut sitzt, reicht eine mässige Spannung aus. Eine zu feste Schnürung kann Druckstellen verursachen und unangenehm werden.

Welche Vorteile bietet die Marathonschnürung?

Der wichtigste Vorteil der Marathonschnürung ist der bessere Fersenhalt. Der Fuss kann weniger im Schuh auf und ab rutschen, ohne dass du die gesamte Schnürung stärker anziehen musst.

Das kann mehrere Vorteile bringen:

  • Weniger Reibung: Eine besser fixierte Ferse bewegt sich weniger im Schuh. Das kann helfen, Blasen und Scheuerstellen zu vermeiden.
  • Mehr Halt beim Bergablaufen: Der Fuss rutscht möglicherweise weniger weit nach vorne.
  • Angenehmerer Sitz: Du kannst die Schnürung über dem Fussrücken lockerer lassen und trotzdem den Fersenhalt verbessern.

Wenn deine Ferse trotz Fersenhaltschnürung weiterhin stark rutscht, solltest du die Passform deiner Laufschuhe überprüfen. Manchmal ist die Fersenpartie zu weit geschnitten oder der Schuh insgesamt zu gross.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest, erfährst du in meinem Laufschuh-Ratgeber.

Ist das Innenfutter an der Ferse durch häufige Reibung bereits beschädigt, musst du die Laufschuhe nicht unbedingt ersetzen. In meiner bebilderten Anleitung Durchgescheuerte Fersenkappen reparieren zeige ich dir, wie du solche Schäden unter Umständen selbst beheben kannst.

Hat die Fersenhaltschnürung Nachteile?

Die Fersenhaltschnürung ist einfach anzuwenden, eignet sich aber nicht für jeden Fuss und jeden Laufschuh.

Wenn du sie zu fest anziehst, kann sie unangenehmen Druck im oberen Schuhbereich verursachen. Bei sehr kurzen Schnürsenkeln bleibt möglicherweise zu wenig Länge für einen sicheren Knoten.

Ausserdem lässt sich die klassische Technik nicht bei allen Schuhen anwenden, weil nicht jedes Modell über zusätzliche obere Schnürlöcher verfügt.

Wenn dein Fussrücken schmerzt, du Druckstellen bemerkst oder die Zehen taub werden, solltest du die Schnürung lockern oder eine andere Schnürtechnik ausprobieren.

Die fünf Schritte als Animation

Im Video siehst du die Fersenhaltschnürung nochmals als kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Illustrationen: © Patrick Angst, Grafikdesign

Häufige Fragen zur Fersenhaltschnürung

Was ist der Unterschied zwischen Fersenhaltschnürung und Marathonschnürung?

Es handelt sich um dieselbe Schnürtechnik. Weitere Bezeichnungen sind Heel Lock, Runner’s Loop, Fersenschloss oder Läuferknoten.

Warum haben Laufschuhe ein zusätzliches oberes Schnürloch?

Das zusätzliche obere Schnürloch kann verwendet werden, um die Ferse besser im Schuh zu fixieren. Genau dafür wird es bei der Fersenhaltschnürung genutzt.

Hilft die Fersenhaltschnürung gegen Blasen?

Ja, sie kann helfen. Wenn die Ferse weniger im Schuh rutscht, entsteht möglicherweise weniger Reibung. Dadurch kann das Risiko für Blasen an der Ferse sinken. Entscheidend sind aber auch die Passform der Schuhe und die Socken.

Kann ich die Marathonschnürung bei jedem Laufschuh verwenden?

Bei vielen Laufschuhen ist das möglich, sofern die zusätzlichen oberen Schnürlöcher vorhanden sind. Fehlen diese Löcher, lässt sich die Technik nicht in der klassischen Form anwenden.

Ist die Fersenhaltschnürung auch für Wanderschuhe geeignet?

Ja, die Technik kann auch bei Wanderschuhen oder Alltagsschuhen funktionieren, wenn die Schnürung entsprechend aufgebaut ist. Besonders beim Bergablaufen kann sie helfen, das Vorrutschen des Fusses zu reduzieren.

Was tun, wenn die Marathonschnürung drückt?

Dann ist sie möglicherweise zu fest angezogen oder passt nicht optimal zu deinem Fuss. Lockere die Schnürung etwas und überprüfe, ob der Schuh weiterhin genügend Halt bietet. Falls nicht, probiere eine andere Schnürtechnik aus.


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